
Nachdem es in Kiel in dieser Woche bereits täglich zu Solidaritätsaktionen mit den Verteidiger:innen und der Bevölkerung der Demokratischen Selbstverwaltung Nordostsyrien gekommen war, versammelten sich am Samstagnachmittag (24.01.2026) wieder über 1000 Menschen zu einer Kundgebung auf Platz der Matrosen. Das Bündnis Defend Kurdistan Kiel hatte eigentlich zu einer Demonstration durch die Innenstadt aufgerufen, was von den Behörden im Vorfeld jedoch kurzfristig per Auflage verboten wurde.



Als Vorwand für diesen massiven Eingriff in die Versammlungsfreiheit wurde die Entschlossenheit der Spontandemo vom Dienstag herangezogen, der die überrumpelte Polizei nicht gewachsen gewesen war. Auch direkte Verhandlungen mit der Einsatzleitung vor Ort scheiterten, die keinerlei Kompromiss mit ihrem repressiven Kurs zuließ.


So blieb es bei einer zweistündigen stationären Kundgebung am Hauptbahnhof. In zahlreichen Reden, u.a. von Defend Kurdistan, Deutsch-Kurdischer Gesellschaft, Young Struggle Kiel, Alevitischer Gemeinde Kiel e.V., Die Linke Kiel und Familien für den Frieden sowie diversen spontanen Beiträgen wurde auf die aktuell dramatische Bedrohungslage Rojavas und seiner revolutionären Errungenschaften, die laufenden Massaker an Kurd:innen und anderen Minderheiten und die systematischen Kriegsverbrechen insbesondere gegen Frauen aufmerksam gemacht.

Seit gut zwei Wochen rückt die dschihadistische HTS-Miliz gegen die autonomen Gebiete vor, um diese im Rahmen der staatlichen Neuordnung Syriens durch die al-Qaida-nahe Übergangsregierung zu unterwerfen. Der existenzielle Vorstoß wird militärisch unterstützt durch die Türkei und geschieht mit Rückendeckung durch die USA, Israel und EU. Die Imperialmächte schielen nach dem Sturz Assads auf ein verbündetes Regime in Damaskus und nehmen dafür die Zerschlagung demokratischer Kräfte in der Region billigend in Kauf. Nachdem die Verteidigungskräfte Rojavas zum Widerstand mobilisiert hatten, besteht derzeit ein fragiler Waffenstillstand.
Auch am Donnerstag hatten sich 1100 Menschen in Solidarität mit Rojava vor dem Landeshaus versammelt, am Freitag kamen etwa 200 Demonstrant:innen zum Hauptbahnhof. In den kommenden Tagen sind weitere Mobilisierungen zu erwarten.


