Größte kurdische Demo seit Jahrzehnten in Kiel

Der Mobilisierungszeitraum betrug keine 24 Stunden und doch sollte es die größte Demonstration der kurdischen Befreiungsbewegung in Kiel seit Jahrzehnten werden: Am Dienstagabend (20.01.2026) strömten über 3000 Anhänger:innen und Unterstützer:innen der kurdischen Befreiungsbewegung auf den Bahnhofvorplatz, um unter dem Motto „Halt Stand freien Kobanê – gemeinsam die Rojava-Revolution verteidigen!“ gegen die aktuell akute militärische Bedrohung der Demokratischen Selbstverwaltung Nordostsyrien und ihr symbolträchtiges Herz Kobanê durch die HTS-Miliz des syrischen Machthabers al Jolani auf die Straße zu gehen.

Die Stimmung war energisch, emotional und kämpferisch und so zog im Anschluss ein hunderte Meter langer Zug, teils begleitet von Feuerwerk, durch die Innenstadt. Auf Höhe des NDR-Sitzes in der Kaistraße wendete der Aufzug spontan und aus der Dynamik heraus wurde die Demo zurück zum Bahnhof verlängert.

Nachdem aus einem Imbiss am Wall heraus u.a. mit faschistischen Wolfsgrüßen provoziert wurde, kam es hier zu kurzen Auseinandersetzung mit den Provokateur:innen. Die Polizei war mit der Kraft der lebendigen Masse so überfordert, dass sie sich auf die Regelung des Verkehrs beschränken musste. Zurück am Bahnhof harrten die Teilnehmer:innen noch einige Zeit aus und trugen ihre Wut über die existenzielle Bedrohung der Rojava-Revolution durch die vom Westen hofierten und der Türkei unterstützen Dschihadisten an der Macht in die Öffentlichkeit.

Auch in den kommenden Tagen wird in Kiel trotz des mittlerweile ausgerufenen begrenzten Waffenstillstands zu weiteren Solidaritätsbekundungen mit den kampfbereiten Verteidiger:innen und der Bevölkerung von Rojava mobilisiert. So ruft die kurdische Jugend für den heutigen Abend um 18 Uhr zu einer weiteren Versammlung am Hauptbahnhof auf. Am Samstag um 14 Uhr will Defend Kurdistan Kiel wieder vom Europaplatz durch die Innenstadt ziehen.

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