Polizei verhindert Demo für die Freiheit Abdullah Öcalans in Kiel

Am heutigen Samstag versammelten sich wie in einigen anderen deutschen Städten auch in Kiel etwa 150 Menschen auf dem Bahnhofsvorplatz, um sich an einer angemeldeten Demonstration im Rahmen der weltweiten Kampagne „Freiheit für Öcalan“ in Solidarität mit dem seit knapp 18 Jahren in türkischer Isolationhaft gefangenen Vorsitzenden der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zu beteiligen. Die Polizei verhinderte mit einem massiven Aufgebot und einer Reihe skandalöser Schikanen gegenüber den Veranstalter*innen, dass die Demo sich wie geplant durch die Innenstadt bewegen konnte.

Bereits als sich um 12 Uhr die ersten Demonstrat*innen am Bahnhofsvorplatz einfanden, hatte die Polizei mit zahlreichen Einsatzfahrzeugen einen Korridor auf dem Platz der Matrosen errichtet, den sie offenbar als Ort der Auftaktkundgebung vorgesehen hatte. Dutzende Einsatzkräfte in Kampfmontur, zwei Wasserwerfer, ein Räumpanzer sowie ein schon im Vorfeld eigenmächtig ausgesprochenes Verbot von Öcalan-Fahnen durch die Polizei ließen nicht auf einen störungsfreien Nachmittag schließen. Während die Zahl an polizeilich tolerierten Konterfeis des eigentlichen Demoanlasses in zähen Verhandlungen noch auf ganze Zwei (!) angehoben werden konnte, sorgten weitere schikanöse Auflagen wie das absurde Verbot, einen Generator im Lautsprecherwagen mitführen zu dürfen, zunehmend für berechtigten Missmut unter den Demonstrant*innen. Am Ende sechs willkürliche Festnahmen von Personen, denen die Polizei die Beteiligung an Auseinandersetzungen bei vergangenen Aktionen unterstellte, reihte sich an die Auflage, die eine Durchführung der Demo endgültig verunmöglichte: Da die Polizei den ursprünglichen Zweck des Korridors, historisch erstmalig in Kiel bei einer linken Demo Vorkontrollen durchzuführen, verfehlte, weil sich die große Mehrheit der Demonstrat*innen jenseits der Polizeiabsperrungen versammelt hatte, wurde dem Anmelder mitgeteilt, dass die Demo nur nach der Kontrolle aller (!) Teilnehmer*innen beginnen dürfe. Sie begründete dies mit ihrer angeblichen Annahme, dass Demonstrant*innen Schusswaffen mit sich führen könnten.

Richtigerweise verweigerten sich die Demoteilnehmer*innen der skandalösen Auflage und ließen sich nicht durchsuchen. Da die Veranstalter*innen sich jedoch nicht in der Lage sahen, den Demozug gegen die polizeiliche Übermacht durchzusetzen, lösten diese die Veranstaltung nach einer Kundgebung und wiederholt gescheiterten Verhandlungsversuchen noch am Auftaktort auf. Die Gefangenen wurden derweil in den Polizeikomplex in der Blumenstraße verschleppt.

Kein*e am heutigen Tag Anwesende*r konnte sich daran erinnern, dass jemals zuvor eine linke Demonstration in Kiel durch repressive Maßnahmen der Polizei de facto verunmöglicht wurde. Ob der schon aus der polizeilichen Öffentlichkeitsarbeit im Vorfeld unterschwellig heraus zu lesende Einsatz zur Aushebelung der Versammlungsfreiheit eher als besorgniserregende Einsatzübung gewertet werden muss oder ob der Vorwand, es habe Erkenntnisse über geplante Angriffe türkischer NationalistInnen gegeben, zu einer völlig unrealistischen Einschätzung der politischen Kräfteverhältnisse in Kiel geführt haben, ob der Einsatz einer möglichen Neubewertung der Gefahrenlage bei kurdischen Demonstrationen in Deutschland folgt oder ob gar außenpolitische Interessen Deutschlands eine Rolle bei der Verhinderung der Demo spielten, muss nachträglich tiefer analysiert werden. Dafür zu sorgen, dass die polizeiliche Einsatzleitung mit ihrem nach den Ereignissen um den türkisch-nationbalistischen Aufmarsch in Gaarden im Dezember nun schon wiederholten drastischen repressiven Vorgenhen gegen die kurdische Bewegung und ihre Freund*innen in Kiel nicht durchkommt, ist jetzt die Aufgabe aller Linken in der Landeshauptstadt.

Medienberichte: KN | SHZ | NDR

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Demonstration „Freiheit für Öcalan“

Samstag, 14. Januar 2017 | 12 Uhr | Hauptbahnhof Kiel

www.freeocalan.org

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Veranstaltung „Der Putsch im Putsch: Die Situation in der Türkei & Nordkurdistan“

Mit Kerem Schamberger (München)

Wir freuen uns sehr, dass der Aktivist und Blogger Kerem Scharmberger zu uns nach Kiel kommt um uns über die aktuelle Lage in der Türkei zu informieren und mit uns zu diskutieren.

Mittwoch 18.01.2017, 19 Uhr
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Christian-Albrechts-Platz 3 (CAP 3) Hörsaal 2

Mit dem Putschversuch von Teilen des Militärs und seiner Niederschlagung durch AKP-treue Spezialeinheiten und Polizei, begann in der Türkei und in Nordkurdistan eine neue Ära. Sämtliche Konkurrenten der Regierungspartei in den Behörden, Ministerien, Universitäten und im Militär wurden seit dem 15. Juli 2016 ausgeschaltet. Mehr als 150.000 Entlassungen und Suspendierungen, mehrere zehntausend Inhaftierungen und eine komplette Umstrukturierung des Militärs sprechen für sich. Die faschistische Partei der Grauen Wölfe, MHP, und rechts-nationalistische Teile der Republikanischen Volkspartei CHP stehen in einer „Koalition der Nationalen Einheit“ in zentralen Fragen hinter der AKP und Staatspräsident Erdogan. Das verbindende Element dabei ist Nationalismus und Kurdenhass. Dieser äußerte sich zuletzt vor allem in der Inhaftierung tausender HDP- und DBP-PolitikerInnen, darunter 12 gewählte Parlamentsabgeordnete und der Zerstörung dutzender HDP Parteibüros. Zudem gibt es so gut wie keine kurdischen und pro-demokratischen Medien mehr. Derzeit arbeitet die „Koalition der Nationalen Einheit“ an einer tiefgreifenden Verfassungsänderung, die das Land nun auch formal in eine Präsidialdiktatur verwandeln würde. De facto ist dies bereits geschehen.

Die einzigen, die noch Widerstand leisten sind auf parlamentarischer Ebene die Demokratische Partei der Völker, HDP, die kurdische Freiheitsbewegung in Nordkurdistan, sowie die schwach verankerte linke und gewerkschaftliche Bewegung in der Türkei. Wird dies ausreichen, um der faschistoiden AKP-Diktatur Einhalt zu gebieten?

Dies diskutieren wir mit Kerem Schamberger, Sprecher der DKP München und Mitglied der marxistischen linken.

Veranstalter*innen: marxistische linke – ökologisch, emanzipatorisch, feministisch, integrativ e.V., Linksjugend Solid Kiel, dielinke.SDS Kiel und Kurdistan Solidaritäts-Komitee Kiel

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Starker Protest gegen türkisch-nationalistischen Aufmarsch in Kiel-Gaarden

Am gestrigen Sonntag, 18.12.2016 stellten sich in Kiel mehrere hundert Antifaschist_innen kurdischer, türkischer und deutscher Herkunft einem Aufmarsch von mindestens 300 türkisch-nationalistischen und faschistischen Anhänger_innen des diktatorischen Erdogan-Regimes entgegen.

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Bereits am Mittag versammelten sich die Gegendemonstrant_innen am und um den Gaardener Vinetaplatz, der von der mit einem Großaufgebot und schwerem Gerät wie Wasserwerfern im Stadtteil präsenten Polizei komplett abgeriegelt wurde und auf dem sich später die AKP-Fans sammeln sollten. Dabei kam es zu zahlreichen Personalienfeststellungen, Platzverweisen und Durchsuchungen von potentiellen Antifaschist_innen.

Als die NationalistInnen mit ihren unzähligen Türkeifahnen ab 13.30 Uhr schließlich auf dem Vinetaplatz im Bereich Elisabethstraße eintrafen, waren die meisten angrenzenden Straßenzüge mit Gegendemonstrant_innen bevölkert. Dabei kam es wiederholt zu Angriffen auf eintreffende NationalistInnen und gewalttätigen Übergriffen sowie ersten Festnahmen durch die Polizei. Die etwa 150 Menschen zählende größte Gruppe von Gegendemonstrant_innen hatte sich entgegen der wiederholten Aufforderungen von Polizei und persönlich anwesenden Ordnungsamtleiter direkt am Vinetaplatz im Bereich Wikingerstraße festgesetzt. Von hieraus, aber auch von anderen Zufahrtsstraßen zum Vinetaplatz, kam es während der gesamten Sammlungsphase der NationalistInnen zu lautstarken Protesten. Immer wieder gelang es einzelnen Antifaschist_innen, diesen auch direkt auf dem Vinetaplatz zu artikulieren. Wiederholt versuchten NationalistInnen in Richtung Gegenprotest vorzudringen und mussten von der Polizei davon abgehalten werden.

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Als sich der mittlerweile mindestens 300 Menschen umfassende NationalistInnen-Aufmarsch, darunter jedoch viele Kinder, auf direktem Weg über die Gablenzbrücke zum Hauptbahnhof in Bewegung gesetzt hatte, löste die Polizei den Belagerungszustand in Gaarden nach einiger Zeit auf, obwohl es auch in dieser Situation zu kurzzeitigen Konfrontationen mit kleineren Gruppen türkisch-nationalistischer Jugendlicher kam und die Polizei wahllos Pfefferspray gegen Antifaschist_innen einsetzte. Der Marsch der Nationalis_innen konnte von nun an lediglich von kleineren Protesaktionen begleitet werden, da die Polizei sich nicht zu schade war, kurzerhand den Stadtteil Gaarden auf dem Fußwege komplett vom Westufer abzuschotten. Zu diesem Zweck wurde die Hörnbrücke über mehrere Stunden durchgängig hochgeklappt und komplett unpassierbar gemacht. Große Gruppen Gegendemonstrant_innen machten sich dennoch an der Hörn auf den Weg zum Hauptbahnhof, wurden aber in dem weitläufigen Areal von omnipräsenten Polizeieinheiten festgesetzt. Endgültig offenbarte sich der skandalös hohe Preis, den Polizei und Ordnungsamt für Ihr Sicherheitskonzept bereit waren zu zahlen, als die Hörnbrücke eigens für den nationalistischen Mob wieder herabgelassen wurde, um ihnen so einen problemlosen Nachhauseweg zurück nach Gaarden zu ermöglichen. Dies obwohl die angemeldete Route bereits am Hauptbahnhof geendet war. Unter den Augen der nur locker begleiteten Polizist_innen kam es hierbei aus der Menge heraus zu kurzen aber heftigen Jagdszenen auf ein Dutzend kurdischer Gegendemonstrant_innen im Bereich Germaniahafen. Dabei wurde mindestens eine Person verletzt.

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Die nationalistische Demo löste sich schließlich gegen 16.30 Uhr wieder auf dem Vinetaplatz auf, diesmal in Abwesenheit von antifaschistischen Protesten, da ein Großteil weiterhin im Bereich der Hörn eingekesselt war. Nachdem die Polizei die Antifaschist_innen endlich passieren ließ, begaben sich diese in verschiedenen Spontandemonstrationen durch die Stadt zum Polizeikomplex in der Blumenstraße, wo die im Laufe des Tages in Gewahrsam genommenen Genoss_innen solidarisch vom Knast abgeholt wurden.

Alles in Allem können die antifaschistischen Gegenaktionen trotz der extrem kurzfristigen Mobilisierung, die anlässlich türkisch-nationalistischer Aktionen in dieser Form ein Novum für Kiel waren, als positiv bewertet werden. Viele Gegendemonstrant_innen waren entschlossen, den nationalistischen Marsch nicht wiederstandslos hinzunehmen, ergriffen auf allen Ebenen Eigeninitiative und ließen vielfältige Taten folgen. Hätte es nicht dem ausdrücklichen polizeilichen Willen entsprochen, die Erdogan-Fans gewähren zu lassen und dafür einen Ausnahmezustand in Gaarden vom Zaun zu brechen, wäre der Aufmarsch im Chaos versunken. Auch in der nächsten Zeit gilt es diesbezüglich Aufmerksam zu sein, da ein weiteres Überschwappen der permanenten Eskalationsaufrufe Erdogans auch hierzulande leider befürchtet werden muss.

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>> Bericht der Kieler Nachrichten (18.12.2016)

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FAŞİZME GEÇİT YOK – Zusammen gegen den türkisch-nationalistischen Aufmarsch in Kiel!

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Am Sonntag, 18.12.2016 wollen türkische NationalistInnen in Kiel „für [ihre] Märtyrer marschieren“. Gemeint sind damit die bei den Bombenanschlägen von Istanbul am vergangenen Wochenende getöteten PolizistInnen. In sozialen Netzwerken wird zu einer Demo aufgerufen, die um 14 Uhr vom Vinetaplatz in Gaarden starten und über die Gablenzbrücke durch die Innenstadt führen soll.

Die Demonstration steht damit im deutlichen Zusammenhang mit Erdogans jüngster nationaler Mobilmachung gegen Linke, Kurd_innen und jede pontentielle Opposition gegen den Ausbau seiner AKP-Herrschaft zur offenen Diktatur, die er diese Woche mit martialischen Worten verkündete. Dabei nimmt er den von ihm eskalierten Krieg gegen die kurdische Befreiungsbewegung wiederholt zum Anlass, Rückendeckung für seinen fortschreitenden Machtausbau zu generieren und massiv gegen Widersacher seines religiös-nationalistischen Gesellschaftsentwurfs vorzugehen – derzeit vor allem gegen Abgeordnete und Unterstützer_innen der kurdisch-türkischen Linkspartei HDP. Die Bundesregierung sieht den dramatischen Entwicklungen in der Türkei in schlechter deutscher Tradition tatenlos zu, belässt es wenn überhaupt bei zahmen „Sorgebekundungen“ und ist ansonsten bemüht, die historisch gewachsenen ökonomischen Interessen Deutschlands in der Türkei zu wahren, den dreckigen Deal zur Abschottung Europas gegen flüchtende Menschen nicht zu gefährden und hierzulande gegen kurdische und türkische Linke repressiv vorzugehen.

Angesichts dieser Gesamtsituation ist ein Aufmarsch von AnhängerInnen des autoritären Umbaus in der Türkei auch in unserer direkter Nachbarschaft nicht hinnehmbar. Antifaschistische Gruppen und kurdische Organisationen rufen deshalb dazu auf, den türkisch-nationalistischen Aufmarsch der Handlanger des AKP-Regimes unter keinen Umständen zu dulden. Wir treffen uns pünktlich um 11:45 Uhr auf dem Alfons-Jonas-Platz, um anschließend gemeinsam den Vinetaplatz zu besetzen und den Erdogan-Fans die Räume zu nehmen.

Keine AKP-Diktatur! Kein Staatsterror! Keine Kollaboration! Hoch die internationale antifaschistische Solidarität! Zusammen gegen den türkisch-nationalistischen Aufmarsch!

Sonntag, 18.12.2017 / 11.45 Uhr Alfons-Jonas-Platz / Kiel – Gaarden

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Kundgebung und Protestzelt gegen HDP-Festnahmen am Kieler Hauptbahnhof

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Heute beteiligten sich bis zu 90 Menschen an der Kundgebung „Stürzt die AKP-Diktatur! Solidarität mit den verhafteten HDP-Abgeordneten und den politisch Verfolgten in der Türkei und Kurdistan! Weg mit dem Verbot der PKK! Keine Deals mit Erdogan!“, zu der das Kurdistan Solidaritäts-Komitee Kiel kurzfristig zur Unterstützung des Protestzelts des HDP Bündnis Kiel am Hauptbahnhof aufgerufen hatte.

Das Zelt wurde dort am Montag als öffentlicher Informations- und Kommunikationsort geschaffen, um auf die andauernde Repression des türkischen AKP-Regimes gegen jede Form der Opposition und insbesondere die Linkspartei HDP aufmerksam zu machen und Widerstand zu organisieren.

Am morgigen Freitag ist zum Abschluss der HDP-Abgeordnete Faysal Sarıyıldız zu Gast im Protestzelt, der dort um 15 Uhr zu Pressegesprächen bereitsteht. Abends wird er zudem bei der Veranstaltung Wohin steuert die Türkei? aus erster Hand über die Zuspitzungen der letzten Monate in der Türkei berichten.

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Kundgebung „Stürzt die AKP-Diktatur!“

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Donnerstag, 17.11.2016: Kundgebung

STÜRZT DIE AKP-DIKTATUR!
Solidarität mit den verhafteten HDP-Abgeordneten und den politisch Verfolgten in der Türkei und Kurdistan!
Weg mit dem Verbot der PKK! Keine Deals mit Erdogan!

16.30 Uhr / Protestzelt des HDP Bündnis Kiel am HBF / Kiel

Kurdistan Solidaritäts-Komittee Kiel

 

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Wohin steuert die Türkei? Veranstaltung mit dem HDP-Abgeordneten Faysal Sarıyıldız an der Kieler Uni

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Freitag, 18.11.2016
19.00 Uhr CAU, Hörsaal Chemie II (Otto-Hahn-Platz 5)

Faysal Sarıyıldız, geboren 1975 in Cizre, Provinz Şırnak, ist Abgeordneter der HDP im türkischen Parlament. Nach der Verhaftung ihrer Führungsriege (unter anderem der beiden Vorsitzenden Selahattin Demirtaş und Figen Yüksedağ) hat die Partei ihre parlamentarische Arbeit zunächst eingestellt.

Der türkische Präsident Erdogan ist dabei, das Land in eine autoritäre Diktatur zu verwandeln und in Chaos und Bürgerkrieg zu führen. Faysal Sarıyıldız wird über die aktuelle Lage insbesondere der Opposition in der Türkei berichten. Der Abgeordnete hat auch die Belagerung und teilweise Zerstörung seiner Heimatstadt Cizre durch das türkische Militär vor Ort miterleben müssen.

Die 100.000-Einwohner-Stadt Cizre liegt im Südosten der Türkei in der Provinz Şırnak nahe der Grenze zu Syrien. Anfang 2016 wurde die Stadt zweieinhalb Monate lang vom türkischen Militär belagert, ganze Stadtviertel wurden zerstört, mehr als 200 Menschen verloren ihr Leben. 177 Menschen, die in Kellern Schutz gesucht hatten, wurden während einer Militäroperation im Stadtteil Cudi im Februar getötet. Weite Teile der Stadt Cizre sehen nach den Angriffen des Militärs so aus, als handele es sich um einen Ort im syrischen Kriegsgebiet.

Protest in Kiel:
Seit Montag, den 14. November 2016 hat das HDP-Bündnis Kiel direkt am Kieler Hauptbahnhof ein Protestzelt aufgebaut, in dem rund um die Uhr ein sichtbares Zeichen des Protestes und der Unterstützung für die verfolgten Demokratinnen und Demokraten in der Türkei gesetzt wird. Hier sind alle Menschen willkommen, die ihre Solidarität mit der Opposition in der Türkei ausdrücken und sich über die aktuellen Entwicklungen informieren möchten. Das HDP-Bündnis Kiel ist ein Zusammenschluss mehrerer kurdischer und alevitischer Gruppen aus Kiel und weiterer Unterstützer, das sich aufgrund der jüngsten Verhaftungswelle in der Türkei gegründet hat. Unter anderem beteiligen sich Nav-Dem Kiel (Demokratisches Gesellschaftszentrum der KurdInnen), Alevitische Gemeinde Kiel, Kurdische Kulturschule Kiel, Kurdistan Solidaritätskomitee Kiel, Kurdische Hochschulgruppe Kiel, MLKP, SKB Kurdische Frauenbewegung Kiel, Jiyana Jin Kurdischer Frauenverein

Pressegespräch mit Faysal Sarıyıldız am Protestzelt am Hauptbahnhof:
Freitag, 18.11.2016 um 15.00 Uhr
Faysal Sarıyıldız berichtet über die aktuelle Lage der HDP und der Opposition in der Türkei sowie über seine Erfahrungen in der belagerten Stadt Cizre.
Er steht für Fragen und Interviews zur Verfügung.

Hintergrund: Die HDP
Die HDP (Demokratische Partei der Völker) ist eine linkes Parteienbündnis in der Türkei, das sich vor allem für Minderheitenrechte, Demokratisierung, Emanzipation und eine friedliche Konfliktlösung einsetzt. Im türkischen Parlament stellt die HDP die drittstärkste Fraktion. In vielen überwiegend kurdisch bewohnten Landesteilen ist sie stärkste politische Kraft. Die HDP hat eine umfassende Frauenquote eingeführt: zahlreiche Ämter sind von einem Mann und einer Frau besetzt, zum Beispiel der Parteivorsitz. In der Parlamentsfraktion der HDP sind auch der einzige armenisch-stämmige Abgeordnete sowie der einzige christliche Abgeordnete der Türkei vertreten. Die Partei ist massiver Repression seitens der türkischen Regierung ausgesetzt. So wurden zahlreiche Bürgermeister aus der HDP in kurdischen Städten abgesetzt, festgenommen und durch Zwangsverwalter ersetzt. Am 4. November 2016 wurde eine Reihe führender Politikerinnen und Politiker der HDP verhaftet, darunter die beiden Vorsitzenden Selahattin Demirtaş und Figen Yüksedağ. Die verbliebenen Parlamentarier der Partei beschlossen, ihre Mitwirkung an der Parlamentsarbeit vorerst einzustellen.  Am 15. November blieben alle HDPler der Fraktionssitzung aus Protest fern, weil die Regierung die Teilnahme von Gästen, unter anderem Vertretern von NGOs, verboten hatte.
60 Abgeordnete aller Fraktionen aus dem deutschen Bundestag haben derweil ihre Absicht erklärt, den verfolgten und zum Teil in Haft sitzenden HDP-Politikern mit Patenschaften im Rahmen des Programms „Parlamentarier schützen Parlamentarier“ zu unterstützen. Thomas Oppermann, Anton Hofreiter und Sarah Wagenknecht (die Fraktionsvorsitzenden von SPD, Grünen und Linken) übernehmen eine Patenschaft für Selahattin Demirtaş, die SPD-Politikerin Michelle Müntefering unterstützt Figen Yüksedağ.

Neben der HDP richtet sich die Unterdrückung der türkischen Regierung gegen unzählige Zeitungen, TV-Sender, Vereine, Verbände und zivilgesellschaftliche Organisationen, die geschlossen wurden und deren Vertreter zum Teil festgenommen wurden.

HDP-Bündnis Kiel

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Spontane VV in Kiel zur aktuellen Situation in der Türkei

Denn nur gemeinsam sind wir stark! Lasst uns aktiv werden – überall!!!

EINLADUNG ZUR SPONTANEN VOLLVERSAMMLUNG IN KIEL AM 11. NOVEMBER 2016

Die zunehmend eskalierenden politischen Ereignisse in der Türkei erfordern dringend unseren gebündelten Widerstand auch bzw. gerade hier in Deutschland – einem der größten Unterstützer des mörderischen AKP-Regimes des türkischen Diktators Erdogan! Die Zeit des bloßen „Protestierens“ ist vorbei; wir müssen jetzt aktiv werden!

Das lower class magazine schrieb Anfang der Woche:

(…) „Und der Ort, an dem wir unseren Beitrag leisten können, ist hier, in Deutschland. Diese Regierung, von der erst kürzlich bekannt wurde, dass sie in den vergangenen Monaten ihren Kleinwaffenmunitionsexport in die Türkei vervielfachte, und die hierzulande kurdische und linke Aktivist*innen verfolgt und drangsaliert, muss sehen, dass es Grenzen gibt. Was wir jetzt brauchen, ist eine funktionierende Koordination zwischen der deutschen und kurdischen Linken. Wir brauchen kreative Ideen, wie möglichst effektiv breite Teile der Öffentlichkeit für eine aktive Teilnahme am Widerstand gegen die deutsche Türkeipolitik gewonnen werden können. Und wir müssen zeigen: Wir lassen uns nicht einschüchtern von ihrer Repression, wir tragen die Fahne der kurdischen Befreiungsbewegung auch in Europa. Das PKK-Verbot muss fallen.“ (www.lowerclassmag.com)

Dem können wir uns nur anschließen und deshalb laden wir Euch (und all Eure Freund*innen, Nachbar*innen, Kolleg*innen…) ein, zu einer spontanen Vollversammlung am

Freitag, 11.11.2016 um 18 Uhr im Demokratischen Gesellschaftszentrum der KurdInnen Kiel (Hermann-Weigmann-Straße 20, Kiel)

ein! Wir wollen uns mit Euch zusammentun, Pläne schmieden und gemeinsame Aktionen auf die Beine stellen, um so auch hier in Kiel einen vielfältigen und nachhaltigen Druck zu entwickeln, damit das fundamentalistisch-nationalistische Mördersystem in der Türkei mitsamt seiner weltweiten HelfershelferInnen ins Wanken und schließlich zu Fall kommt!

Wann, wenn nicht jetzt – wer, wenn nicht wir???

Also kommt alle, verbreitet die Einladung, bringt weitere Freund*innen mit und beteiligt Euch an den kommenden Aktionen!!!

Demokratisches Gesellschaftszentrum der KurdInnen Kiel e.V. | Kurdistan-Solidaritätskomitee Kiel

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500 Menschen bei weiterer Demo gegen türkischen Staatsterror in Kiel

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Auch am Samstag, 5. November 2016 demonstrierten in Kiel parallel zu zahlreichen ähnlichen Aktionen in der Bundesrepublik und weltweit über 500 Menschen gegen den jüngsten Repressionsschlags der türkischen Erdogan-Regierung gegen HDP-Parlamentarier_innen und das Abdriften des fundamentalistisch-nationalistischen AKP-Regimes in eine offene Diktatur in der Türkei. Die lebhafte Demo begann am frühen Nachmittag auf dem Gaardener Vinetaplatz und zog anschließend über den Hauptbahnhof zum Asmus-Bremer-Platz in der Kieler Innenstadt. Bereits am Freitag hatte es in Kiel spontane Proteste gegen die Festnahme der Führungsspitze der türkisch-kurdischen Linkspartei gegeben.

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