
Etwa 1500 Kieler:innen gingen am Samtagnachmittag (31.01.2026) in der Innenstadt auf die Straße, um unter dem Motto „Die Frauenrevolution in Nordostsyrien verteidigen!“ wie schon in den letzten zwei Wochen nahezu täglich ihre Solidarität mit der autonomen Selbstverwaltung von Rojava zu bekunden. Diese ist zuletzt existenziell durch den Vormarsch dschihadistischer Milizen im Auftrag der syrischen Übergangsregierung bedroht gewesen, unterstützt von der Türkei und mit Rückendeckung sämtlicher in der Region aktiver Imperialmächte.




Bereits vor dem eigentlichen Demoautakt um 15 Uhr war der Platz der Matrosen am Hauptbahnhof gut gefüllt. Erstmals seit eineinhalb Wochen war es der Rojava-Solidarität in Kiel endlich wieder möglich, einen Demonstrationszug durchzuführen. Ein erneutes willkürliches Verbot durch die Kieler Ordnungsbehörden konnte kurzfristig vor dem Verwaltungsgericht gekippt werden. Entsprechend lebhaft und stimmungsvoll gestaltete sich der Abmarsch nach einer kurzen Auftaktkundgebung. Etwa eine Stunde bahnte sich die dicht gedrängte Menge ihren Weg über das Sophienblatt, den Ziegelteich, den Exerzierplatz und die Rathausstraße zum Rathausplatz. An der Route waren einige frische Graffiti für Rojava zu begutachten und von einem Parkhaus am Exerzierplatz wurde ein riesiges „Defend Rojava“-Banner herunter gelassen, was für euphorischen Zuspruch aus der Demonstration sorgte.






Am Rathausplatz endete die Veranstaltung mit einer Theater-Performance der Kurdischen Kulturschule. Damit ging ein trotz beißender Kälte kraftvoller Abschluss eines Kundgebungsmarathons in Kiel im Rahmen der internationalen Aktionswoche für Rojava würdig zu Ende. Welche Schritte die wiedererstarkte Solidaritätsbewegung nun weiter zu gehen hat, wird sich an den weiteren Entwicklungen in Syrien und dem Bestand des in dieser Woche ausgehandelten Waffenstillstands bemessen. In jedem Fall sind alle Internationalist:innen auch hierzulande aufgerufen, wachsam und aktionsbereit zu bleiben, um die Rojava-Revolution zu verteidigen.




