
Etwa 80 kurdische Jugendliche und solidarische Unterstützer:innen aus der revolutionären Linken nahmen sich am frühen Dienstagabend (13.01.2026) spontan die Straßen von Kiel-Gaarden, um gegen die seit einer Woche andauenden Angriffe auf die selbstverwalteten Stadtteile der nordsyrischen Stadt Aleppo sowie die just begonnene kriegerische Offensive der HTS-Übergangsregierung gegen das demokratische Nordostsyrien (Rojava) zu demonstrieren. Die HTS und andere mit ihr verbündete dschihadistische Milizen werden vom NATO-Staat Türkei gestützt und nach dem Sturz von Assad von der deutschen Regierung als potenzieller Adressat ihrer imperialistischen Interessen in Syrien hofiert. Zugleich bekundeten die Demonsrant:innen internationale Solidarität mit der sich zuspitzenden aktuellen Aufstandsbewegung gegen Krise und Diktatur im Iran und Ostkurdistan (Rojhilat), die sich brutaler staatlicher Gewalt des Mullah-Regimes ausgesetzt sieht.



Die unangemeldete und daher von polizeilicher Begleitung unbehelligt gebliebene Demo zog unter lauten Parolen und üppiger pyrotechnischer Untermalung die Iltisstraße hinab, über die Medusastraße zum Vinetaplatz und endete mit einem Gang durch die Elisabethstraße. Im selben Moment wo unter den Werftkränen am Horizont hektische Blaulichter auftauchten, löste sich der Aufzug nach etwa zwanzig Minuten planmäßig auf.



Nach zwei politisch untragbaren Fake-Kundgebungen pro-imperialistischer und staatstragender Kräfte war die Spontandemo ein überfälliger erster internationalistischer Ausdruck der Solidarität mit den revolutionären und demokratischen Bewegungen des Mittleren Ostens im Zuge der jüngsten Eskalationen in Kurdistan, Syrien und dem Iran in Kiel. Für heute um 16 Uhr ruft ein Bündnis antirassistischer Institutionen und Gruppen vom Ni-Una-Menos Platz („Stresemannplatz“) zu einer weiteren Demonstration zur Unterstützug der kämpfenden Bevölkerung im Iran auf.


